Das antike Rom

Gaius Julius Caesar, Porträt aus grünem Schiefer, 1. Jahrhundert, Antikensammlung Berlin. Quelle:http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caesar-Altes-Museum-Berlin.jpg

In der hügeligen Region am Unterlauf des Tibers hatten sich zu Beginn des letzten vorchristlichen Jahrtausends zwei europäische Stämme, Latiner und Etrusker angesiedelt. 753 v. Chr. gründeten sie - der Sage nach waren es die Wolfszöglinge Romulus und Remus - Rom, das zunächst von etruskischen Königen regiert wurde. Um 500 v. Chr. vertrieben die Römer die Königsfamilie und gründeten eine Republik.
In einem über 200 Jahre dauernden Prozess bildete sich in diesem neuartigen Gemeinwesen eine Verfassung heraus, die neben den reichen Adeligen (Patriziern) auch dem Volk aus Bauern, Kaufleuten und Tagelöhnern, den Plebejern, politische Mitbeteiligung einräumte. Frauen, Sklaven und Nichtrömer blieben außen vor.

In den folgenden Jahrhunderten eroberten die Römer Italien. Mit dem Sieg über die Phönizier in den drei Punischen Kriegen von 264 bis 146 v. Chr. und der Zerstörung ihrer Metropole Karthago (unweit des heutigen Tunis) demütigten sie dann ein Volk, das der Menschheit die Erinnerung an den Elefanten- und Heerführer Hannibal, vor allem aber die Alphabetschrift und damit eine Grundlage unserer Zivilisation hinterlassen hat. Auch das zerfallene Weltreich Alexanders des Großen, Ägypten, Griechenland-Mazedonien und Syrien wurden dem so entstandenen Imperium einverleibt. Doch das äußere Wachstum sorgte nicht für innere Stabilität. Mehrere Faktoren sorgten dafür, dass die Republik schließlich scheiterte. Die Machtverteilung zwischen Plebejern und Patriziern blieb ungerecht und war so genauso Ursache gewalttätiger Auseinandersetzungen wie die fehlenden Bürgerrechte der nichtrömischen Italiener. Heerführer wie Sulla, Gaius Marius und Pompeius nutzten ihre Armeen für die Auseinandersetzung im Inneren.
Gaius Julius Caesar, der zuvor als Feldherr in Spanien und Gallien erfolgreich war, ging aus den Unruhen schließlich als Diktator hervor. Im Jahr 44 v. Chr. wurde er von Senatoren, die vorgaben die Republik retten zu wollen, ermordet. Mit Caesar und seinem Adoptivsohn Octavian (Augustus) begann die Kaiserzeit, in der das Römische Reich noch einmal vergrößert werden konnte.

Die Monarchie zeigte in den folgenden vier Jahrhunderten ihre inhärente Schwäche. Denn neben weitsichtigen und weitgehend vernünftigen Regenten wie Augustus und dem Philosophenkaiser Mark Aurel (121 - 180 n.Chr.) lieferte sich das Reich immer wieder Egomanen und psychisch offenbar instabilen Kaisern wie Caligula (12 - 41 n.Chr.) oder Nero (37 - 68 n.Chr.) aus. Dennoch war das Imperium bis zum dritten Jahrhundert ein nach innen und außen weitgehend stabiler und mächtiger Staat. Nun zeigte sich aber, dass die 15.000 Kilometer lange Reichsgrenze militärisch nicht mehr zu beherrschen war. Die ständig wechselnden Kaiser mussten oft vom Schlachtfeld aus regieren.
Kaiser Diokletian (284 - 313 n.Chr.) stabilisierte das Reich noch einmal, musste es dafür aber in große Präfekturen gliedern und teilte die Macht mit drei Mitkaisern. Dies war der Beginn der Reichsteilung, die 395 n.Chr. mit der Trennung in ein West- und Oströmisches Reich entlang einer Grenze quer durch den Balkan endgültig wurde. Das Zentrum des Oströmischen Reiches war Byzanz (das heutige Istanbul), wohingegen der Kern des Weströmischen Reiches Italien blieb. Bildungsblitz 

 
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