Der eiserne Vorhang zerreißt

Nachdem Michail Gorbatschow (*1931) im März 1985 Generalsekretär der kommunistischen Partei und damit Staatschef der Sowjetunion geworden war, begann er zunächst unter den bald weltberühmten Schlagwörtern Glasnost und Perestroika (Offenheit und Umstrukturierung) das Riesenreich im Inneren zu reformieren.
 Auch wenn seine Reformen letztlich nicht glücklich verliefen - das Reich zerfiel in Staaten, deren Bürger heute überwiegend unter kaum demokratischen Regierungen und wenig gebesserten Lebensverhältnissen zu leiden haben - außenpolitisch bewirkte Gorbatschow nicht weniger, als das Ende des kalten Krieges und befreite den Planeten von dem Horrorszenario der völligen atomaren Verwüstung.
Zunächst überraschte er die NATO 1988 mit der Ankündigung einseitiger Abrüstungsschritte. Als er dann die Doktrin einer seiner Vorgänger Leonid Breschnews (1907 - 1982), die alle Staaten des Warschauer Paktes mit sowjetischer Aggression bedrohte, sollten sie vom Sozialismus abfallen, entkräftete, gab er den Startschuss für die Demokratisierung der ehemaligen Satellitenstaaten.

Das östliche Militärbündnis zerfiel und am 9. November 1989 stürmten Ost-Berliner die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten. Die vier ehemaligen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges gestatteten Deutschland 1990 die Wiedervereinigung, das dabei die Flüsse Oder und Neiße endgültig als seine östliche Grenze anerkannte. 

 
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