Der Erste Weltkrieg

Im Verlauf dieses Krieges würden mehr als 10 Millionen Menschen ihr Leben verlieren: Um schnell Paris zu erreichen, stießen die deutschen Truppen durch das neutrale Belgien (Schlieffen-Plan, nach Graf von Schlieffen, dem Chef des Generalstabes) und setzen sich so von Beginn an ins Unrecht. Folgerichtig erhielt das Deutsche Reich am 4. August 1914 die englische Kriegserklärung.
Nach deutschen Anfangserfolgen gefror die Schlacht im Stellungkrieg auf französischem Boden bei dem moderne Geschütze, Maschinengewehre und von beiden Seiten Giftgas eingesetzt wurden. Die hochgerüstete Marine vermochte nicht zu verhindern, dass England eine wirkungsvolle Seehandelsblockade aufbauen konnte, welche die deutsche Bevölkerung als Nahrungsmittelknappheit zu spüren bekam. Der Versuch, im Gegenzug Englands Nachschub über den Atlantik mit Hilfe der neuen U-Boote zu unterbinden, führte zur Versenkung mehrerer Passagierschiffe. Dies zog die lange zögerlichen USA auf der Seite Englands und Frankreich in den Krieg, der damit endgültig entschieden war.

Als im Herbst 1918 die deutsche Flotte zu einer letzten Schlacht auslaufen sollte, meuterten die Matrosen. Soldaten und Arbeiter zeigten sich solidarisch und Deutschlands erste erfolgreiche Revolution beendete den Krieg. Zwar lagen 1918 alle Schlachtfelder außerhalb des Landes, aber die Alliierten hielt nur die deutsche Kapitulation davon ab, in das Reich einzumarschieren. Auch Russland hätte wohl gegen Deutschland weitergekämpft, hätten sich nicht bei der Oktoberrevolution die radikalen Sozialisten um Lenin und Trotzki durchgesetzt. Trotzdem entstand in Deutschland die Legende, die Armee sei „im Felde unbesiegt“ geblieben und der Feind müsse im Inneren gelauert haben.

In Wahrheit hatte die Oberste Heeresleitung erkannt, dass die militärische Lage aussichtslos war und forderte im September 1918, mit den Alliierten über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Als Voraussetzung dafür hatte sich der amerikanische Präsident Woodrow Wilson (1856 - 1924) eine Demokratisierung Deutschlands ausbedungen. Die großen Parteien verlangten nun, der Kaiser möge seine Macht abgeben, doch Wilhelm II. entsprach dieser Forderung erst zwei Wochen nachdem der Reichskanzler seine Abdankung eigenmächtig verkündet hatte. Am gleichen Tag, dem 9. November 1918 rief der Sozialdemokrat Philip Scheidemann in Berlin die Republik aus. Damit kam er Karl Liebknecht um zwei Stunden zuvor, dem eine sozialistische Revolution nach dem russischen Vorbild vorschwebte. 

 
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