Europäer siedeln auf dem nordamerikanischen Kontinent

Nach der Entdeckung des transatlantischen Kontinents durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 wurde Nordamerika im 16. und vor allem im 17. Jahrhundert durch Europäer besiedelt. Während Spanier in Florida und Franzosen bevorzugt in Kanada siedelten, erreichten englische Seefahrer 1584, noch unter der Herrschaft von Elisabeth I. (der Jungfrauenkönigin, der Virgin Queen), ein Gebiet an der Ostküste. Sie nannten es Virginia. Die Engländer bildeten schnell die größte nordamerikanische Einwanderergruppe. Wie jene Pilgerväter (englisch Pilgrim Fathers), die im Jahr 1620 mit dem 32 Meter langen Viermaster Mayflower an der Küste des heutigen Massachusetts landeten, waren die Meisten von ihnen puritanische Calvinisten. Das erklärt, warum die nordamerikanischen Christen heute überwiegend strenge Protestanten sind. Die englischen Siedler drängten mit Fleiß, guter Organisation und effektiver Landwirtschaft schnell in den Westen. Und während in Europa Friedrich der Große mit der habsburgischen Herrscherin Maria Theresia um Schlesien kämpfen ließ, besiegten die Engländer Frankreich im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763). So errangen sie die endgültige Vormachtstellung in Nordamerika.
Als das englische Mutterland beim Streit um Steuern und Einfuhrzölle für amerikanische Produkte nicht kompromissbereit genug war, deklarierten sich am 4. Juli 1776 dreizehn Gründungsstaaten in einer von Thomas Jefferson erarbeiteten Erklärung für unabhängig. Nach diesem Gründungstag der Vereinigten Staaten von Amerika mussten sie zunächst einen siebenjährigen Unabhängigkeitskrieg führen. Ihren Oberbefehlshaber in diesem Krieg, George Washington (1723 - 1799), wählten sie im Jahr 1798 zum ersten Präsidenten der USA.
Die Sklaverei, bei der seit Beginn der Besiedlung hunderttausende Menschen auf grausamen Transporten aus Afrika nach Amerika deportiert wurden, stand im Widerspruch zur Unabhängigkeitserklärung von 1776. Weil die südlichen Bundesstaaten auf die Arbeitssklaven auf ihren Baumwollplantagen nicht verzichten wollten, kam es zum Sezessionskrieg (1861 - 1865). Die Nordstaaten unter Präsident Abraham Lincoln siegten und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die männlichen Schwarzen erhielten 1869 das Wahlrecht - vor den Frauen (1920) und der indianischen Urbevölkerung (1924).

Seit mindestens 13.000 Jahren hatten moderne Menschen vom Norden her den amerikanischen Doppelkontinent besiedelt. Einige Funde deuten allerdings darauf hin, dass die Landmasse, deren gebirgiges westliches Rückgrat die 15.000 Kilometer messenden Kordilleren bilden, sogar schon 10.000 Jahre zuvor von Menschen bewohnt war.

In Nordamerika betrieben steinzeitliche Kulturen Ackerbau (Mais, Tabak und Gemüse) und jagten das amerikanische Bison (Bison bison), ein bis zu 900 Kilogramm schweres Wildrind. Jagdwaffen wie Pfeil, Bogen und Äxte stellten sie überwiegend aus Holz und Stein her, aber auch die nordamerikanischen Ureinwohner haben Metall (Kupfer) verarbeitet. Die europäischen Kolonisten nannten sie Indianer und zunächst lebten Ureinwohner und Ankömmlinge in weitgehend friedlicher Koexistenz, während derer es auch zu einem kulturellen Austausch kam. Allerdings brachten die Europäer neben dem Alkohol auch Viruserkrankungen wie Pocken und Masern mit, die unter den Ureinwohnern zu großen Bevölkerungsverlusten führten. Als die Neuankömmlinge ihren Siedlungsraum immer weiter ausdehnten, kam es dann zu schweren Auseinandersetzungen. In über 30 Indianerkriegen  mussten die Ureinwohner große Menschenverluste hinnehmen, wurden verdrängt und letztlich unterworfen.
Eine historische Fußnote stellt die weitgehende Ausrottung des nordamerikanischen Bisons dar. Zum einen wegen ihrer Felle, aus denen Leder hergestellt wurde, dezimierten die Weißen ab etwa 1870 die gewaltigen „Buffalo“-Herden. Zum anderen sollte den Indianern aber auch gezielt die Lebensgrundlage genommen werden.
Der Siedlungsraum der überlebenden Ureinwohner in den USA wurde schließlich auf 250 Reservate begrenzt.

 
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