Revolution in Russland

In Russland hatte sich 1917 die katastrophale wirtschaftliche Situation zugespitzt. In St. Petersburg demonstrierten die kriegsmüden und hungernden Menschen. Auch mit Hilfe der Forderung, den Krieg durch einen Frieden mit Deutschland schnell zu beenden, konnten sich die selbst ernannten Bolschewiki (Mehrheitler) um Wladimir Iljitsch Lenin (1870 - 1924) gegen die Demokraten durchsetzen. Der russische Monarch, Zar Nikolaus II. hatte zuvor abgedankt und wurde später mit seiner Familie ermordet. Nach dieser Oktoberrevolution von 1917 dauerte es noch drei Jahre bis die von Leo Trotzki (1879 - 1940) geführte Rote Armee in einem blutigen Bürgerkrieg den endgültigen Sieg für die Bolschewiki errungen hatte.

Die Sozialisten beriefen sich auf Karl Marx (1818 - 1883), der in seinen sozial- und wirtschaftstheoretischen Schriften die Gesellschaft in eine besitzende und eine arbeitende Klasse geteilt hatte. Die Erstere beutet dabei nach Marx die Andere aus, indem sie ihr vom Profit nur so viel überlässt, dass die Arbeiter gerade noch produzieren können. Marx bediente sich der philosophischen Methode der Dialektik, also der Lehre der Widersprüche und Gegensätze, beispielsweise von gesellschaftlichen Schichten oder von Mensch und Natur.
Nach Marx sollte die Gesellschaft alle Widersprüche überwinden und in einem kommunistischen Gemeinwesen gipfeln, in dem alle Klassen aufgehoben wären und das Kapital abgeschafft sei. Er sah diese Entwicklung als unabwendbar an und die im 20. Jahrhundert tatsächlich existierenden sozialistischen Gesellschaften haben sich zumindest theoretisch als Übergangsgemeinschaften auf dem Weg zum Kommunismus verstanden.

Die Millionen von Opfern während des Großen Terrors (1936 - 1938) in der Sowjetunion beweisen zwar nicht automatisch die Gewaltanfälligkeit sozialistisch regierter Staaten. Klar wird aber, dass sie - wie andere Gesellschaftsformen auch - brutale Tyrannen wie Joseph Stalin (1878 - 1953) nicht verhindern können.

 
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