Hochkulturen und Schrift, die Kulturgeschichte beginnt

Mit der Hochkultur der Sumerer in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris im heutigen Irak, beginnen die meisten klassischen Lehrbücher um 3100 v. Chr. ihre Geschichtsschreibung.
Zwar gab es schon vor ihnen bedeutende Zentren z.B. die versunkene Dwaraka-Kultur in Indien und die südosteuropäischen Kulturen am Donaudelta, die auch schon mit graphischen Zeichen zur Informationsübertragung experimentierten. Die Geschichte der Sumerer und Mesopotamiens lässt sich aber, indem man die der Ägypter, Griechen und Römer mit einspinnt, in einem Faden bis zur heutigen, westlich geprägten Zivilisation weitererzählen. Das gilt auch für die von den Sumerern erfundene Keilschrift, die deren wichtigste Kulturleistung darstellt.

Ob die Sumerer in den trockenen südlichen Teil Mesopotamiens eingewandert sind, wo sie ein leistungsfähiges Bewässerungssystem schufen, oder ihre Vorfahren schon dort siedelten, stellt die Althistoriker vor ein Rätsel. Auf jeden Fall befand sich in Uruk am Ostufer des südlichen Euphrat schon in der Mitte des 4. vorchristlichen Jahrtausends ein hierarchisch gegliedertes Gemeinwesen mit unterschiedlichen Berufen und Priestern, die von prunkvollen Tempeln aus über den Stadtstaat herrschten. Hier erfanden die Sumerer etwa gleichzeitig mit anderen Kulturen in Europa und Asien das Wagenrad und mit der schnelldrehenden Töpferscheibe ein erstes Werkzeug zur Massenproduktion. In diesem komplexen Gemeinwesen schufen sie um 2700 v. Chr. - nach Jahrhunderten, in denen sie mit Hilfe bildhafter Zeichen kommuniziert hatten - eine Schrift. Mit ihr konnten wesentlichen Lebensbereiche beschrieben und organisiert werden. Das charakteristische Bild der Keilschrift entsteht, wenn mit hölzernen Griffeln stumpfe Keile in feuchten Ton gedrückt werden und man diese zu Wörtern oder Sinneinheiten gruppiert. 

Im dritten vorchristlichen Jahrtausend schufen die Sumerer mit der Geschichte des Helden Gilgamesch eine wirkungsmächtige Sage, die auf Keilschrift-Tontafeln überliefert wurde. Das Werk wurde in den folgenden Jahrtausenden in ganz Mesopotamien bekannt und weiterentwickelt.
Die Keilschrift blieb über 2500 Jahre das vorherrschende schriftliche Kommunikationsmittel im vorderen Orient und wurde auch für den diplomatischen Schriftwechsel mit dem benachbarten Ägypten verwendet. Bildungsblitz

 
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