Hitler führt Deutschland in den Krieg

Adolf Hitler am 20. April 1937. Quelle: Bundesarchiv

Adolf Hitler (1889-1945) hatte sich bei dem missglückten Putschversuch von 1923 von München aus zum Reichskanzler erklärt - und so frühzeitig seine Größenwahn dokumentiert. Die anschließende neunmonatige Haft nutzte er, um das Manuskript für Mein Kampf zu schreiben. Das Buch fand bis 1933 immerhin knapp 300.000 Käufer, die darin Hitlers aggressiven Judenhass genauso nachlesen konnten, wie seine Forderung, die Sowjetunion in einem Eroberungskrieg zu vernichten.
Seit 1921 war er Vorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Die Partei erhielt erstmals 1930 einen zweistelligen Anteil der Stimmen, und erzielte im Juli 1932 mit 37 Prozent ihr Spitzenergebnis. Unter noch demokratischen Bedingungen schnitt die Partei mit 33 Prozent im November 1932 wieder schlechter ab.

Unmittelbar nach der Machtübernahme beeilten sich die Nationalsozialisten, die verachtete Demokratie zu beseitigen. Niemand weiß heute sicher warum der Berliner Reichstag am 27. Februar 1933 in Flammen stand, aber die Nazis nahmen das Ereignis zum Anlass, mit Reichspräsident Hindenburgs formaler Hilfe die „Reichstagsbrandverordnung“ zu erlassen, in der u.a. die Meinungs- und Versammlungsfreiheit abgeschafft wurde. Schon jetzt wurden viele Kommunisten und Sozialdemokraten verhaftet. Gut drei Wochen später, am 23. März 1933, verabschiedete das Parlament das Gesetz „zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Ermächtigungsgesetz), welches das Parlament entmachtete und Hitler endgültig zum Diktator erhob. Die kommunistischen Abgeordneten waren bereits verhaftet worden oder befanden sich auf der Flucht. Nur die sozialdemokratischen Parlamentarier stimmten nach einer mutigen Rede ihres Vorsitzenden Otto Wels (1873 - 1939) gegen das Gesetz. So erlangte Hitler die Macht mit Hilfe des Terrors. Bis zuletzt aber bediente er sich der demokratischen Institutionen, die wiederum von zu wenigen genutzt wurden um den Rechtsstaat entschlossen zu verteidigen.

Durch Fackelzüge und Märsche mit Trommeln und schwarzen Uniformen trug die „Sturmabteilung“ (SA) der NSDAP erheblich zur Außenwirkung der Partei bei. Hatte Hitler die SA-Männer bisher als Straßenkämpfer gegen Kommunisten und Sozialdemokraten gebraucht, wurde ihm die Organisation mit 400.000 Mitgliedern nach seiner erfolgreichen Machtübernahme unbequem. Am 30. Juni 1934 ließ Hitler die SA-Führung unter Ernst Röhm ermorden. Die SA hatte sich als Mittelpunkt eines neu zu schaffenden Volksheeres gesehen. Als Instrument seiner Kriegspläne entschied sich Hitler aber für die Reichswehr, die 1935 als Wehrmacht neugegründet wurde. Die - sich durch den Versailler Vertrag gedemütigt fühlenden - Militärs erhielten so eine neue Bedeutung und wurden frühzeitig in Hitlers Kriegspläne eingebunden. Zur von Heinrich Himmler (1900 - 1945) geführten „Schutzstaffel“ (SS) der NSDAP gehörten der polizeiliche Spitzel- und Unterdrückungsapparat (Geheime Staatspolizei und Sicherheitsdienst) und als militärischer Teil die Waffen-SS. Wehrmacht und die SS, die sich innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie als elitäre Speerspitze verstand, bildeten die physische Grundlage der Macht Adolf Hitlers.

Unterstützt von einer komplexen Propaganda, die sich aller modernen Medien bediente und von sinkenden Arbeitslosenzahlen, stieg die Popularität des selbsternannten „Führers und Reichskanzlers“ steil an.
Die Erfolge am Arbeitsmarkt verdankten die Nationalsozialisten zum einen Arbeitsbeschaffungsprogrammen, die noch aus der Weimarer Republik stammten und zum anderen der Erholung der Weltwirtschaft. Millionen Menschen wurden in schuldenfinanzierten (Straßen-) Bauprogrammen und in der Rüstungsindustrie beschäftigt, deren Produktion Hitler konsequent erhöhen ließ.
Eine Reihe außenpolitischer Husarenstücke wurde als Erfolg wahrgenommen und nicht als das, was sie in Wirklichkeit war: Kriegsvorbereitung. So führte Hitler, entgegen dem Versailler Vertrage, 1935 die Wehrpflicht wieder ein, besetzte 1936 das Rheinland mit seiner kriegswichtigen Industrie und integrierte 1938 sein Heimatland Österreich in das Deutsche Reich. Auf der Münchener Konferenz (September 1938) rang Hitler Frankreich und England die Erlaubnis ab, die westliche Tschechoslowakei, das Sudetenland, zu besetzen.  Der Ausruf des aus München nach London zurückkehrenden Premierministers Neville Chamberlain „Peace for our time“ (Frieden für unsere Zeit) gilt als eine der folgenschwersten Fehlprognosen der Weltgeschichte. 

 
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